Bahnhof in Dunedin
Die steilste Strasse der Welt
Pinguine 1
Pinguine 2
Die Stadt, die mehrmals erster war
18.08.2006 von Doreen

Nach 6stündiger Busfahrt in Richtung Süden erreichten wir Dunedin. Und obwohl Dunedin kleiner ist als Christchurch (Dunedin hat knapp 150.000 Einwohner, Christchurch etwa 400.000), kam uns Dunedin größer vor. Immerhin ist es mit über 100.000 Einwohnern eine Großstadt, wohl die südlichste der Welt. Auf dem Weg zu unserem Hostel durchquerten wir das Octagon – das ist der achteckige Platz im Zentrum der Stadt, umgeben von der St Pauls Kirche, einer Touristeninformation, Kneipen, Bars und Kinos und dort herrschte ein reges Samstag-Nacht-Leben.

200 Meter aufwärts
Am nächsten Morgen gingen wir zur Touristinformation. An der Küste vor Dunedin liegt die Halbinsel Otago auf der es Albatross- und Pinguinkolonien gibt, und ich wollte unbedingt Pinguine sehen. Da diese Touren im Winter allerdings erst nachmittags um 14 Uhr beginnen, nutzten wir die Zeit und fuhren mit dem Bus zur „steilsten Straße der Welt“ namens Baldwin Street. Die Straße glich ein wenig einer Skisprungschanze. Der maximale Anstieg ist 1:2.86. Es hielten auch einige Touristenbusse dort. Aus einem strömte eine Gruppe junger Japaner, die losrannten wie die Helden, aber spätestens nach 1/3 der Strecke waren sie aus der Puste und blieben stehen. Von der Baldwin Street machten wir uns zu Fuß auf den Rückweg in die Innenstadt durch den botanischen Garten und vorbei an der Uni. In Dunedin gibt es seit 1869 die erste Universität Neuseelands.

Otago
Nachmittags ging es dann auf Wildlife Tour. Da wir außerhalb der Saison reisten, waren nicht viele Touristen unterwegs und wir waren die einzigen Teilnehmer. Die Tour mit unserem netten Reiseleiter Scotto wurde dadurch sehr ausführlich und persönlich. Wir fuhren erstmal aus der Stadt auf die Halbinsel Otago. Der Name stammt von der dort damaligen ersten Maori Siedlung in dieser Gegend namens Otakou. Den Ort gibt es heute noch. Wir fuhren durch verschiedene Wohnsiedlungen und Scotto erzählte uns, dass es in Dunedin sehr viele Backsteinbauten gibt, während im Rest des Landes hauptsächlich Holz als Baumaterial verwendet wurde. Da Schotten die Gegend um Dunedin besiedelten und von ihren Backsteinbauten in der Heimat überzeugt waren, blieben sie auch hier dieser Bauweise treu. Achja, die Schotten benannten die Stad: Dunedin ist der gälische Name für Edinburgh.

Auf der weiteren Fahrt kamen wir an einigen schönen Buchten und Stränden vorbei. Wir machten Halt am Albatross-Centre. Leider war es gerade eine schlechte Jahreszeit, um einen fliegenden Albatross zu sehen, also schauten wir uns nur kurz im Informationscentre um und ich werde wohl zu einem günstigeren Zeitpunkt wiederkommen. Ein Albatross kann eine Flügelspannweite von bis zu 3,5 Metern erreichen und es ist sicher sehr beeindruckend, wenn so ein Vogel angeflogen kommt.

Warten auf die Gelbäugigen
Wir machten uns jetzt auf den Weg zu den Pinguinen. Scotto führt nicht nur Touristen zu den Kolonien, sondern hat seit über 20 Jahren die Kolonien mit aufgebaut und für den Erhalt und Schutz der Pinguine gesorgt. Damals gab es in dieser einen Kolonie nur 20 Pinguine, inzwischen sind es über 60.

Man stellt sich nun vor: in den Dünen werden Behausungen für die Pinguine aufgestellt. Dazwischen sind Tunnel und Gänge mit „Aussichts-Verstecken“ angelegt. Als wir in der Bucht ankamen, schwammen gerade 5 Pinguine an Land. Aber irgendwie trauten sie sich nicht wirklich aus dem Wasser. Scotto meinte, sie seien noch sehr jung und unsicher. Normalerweise kennen Pinguine ihren Weg und kommen den gleichen Weg zurück, den sie fort gegangen sind. Außerdem sind die Tiere sehr menschenähnlich: Sie paaren sich, bauen sich ihr Nest und sorgen dann für Nachwuchs. Und so ein Pinguinpaar kann dann auch jahrelang zusammenleben.

Wie auch immer, während wir in dem Versteck saßen, kamen die Pinguine an Land, liefen wieder ins Wasser, kamen an Land usw. Etwas weiter entfernt von unserem Standpunkt kamen einige Pinguine an Land und watschelten zu ihren Behausungen. Das sah ziemlich witzig aus. Übrigens handelt es sich bei diesen Pinguinen hier um die Gelbaugenpinguine, diese können bis ca 60 cm groß werden und ein Gewicht bis zu 8 kg haben.

Nach nun schon über einer Stunde Wartezeit kamen zwei ältere Pinguine dort an Land geschwommen, wo die 5 jüngeren noch immer haderten. Die älteren Pinguine marschierten gleich los in unsere Richtung mit den jüngeren im Schlepptau. Das war echt spannend. Sobald die Pinguine den ersten Dünenhügel überquert hatten, gab Scotto uns ein Zeichen und wir rannten durch die schmalen Gänge zum nächsten Aussichtspunkt, an dem die Pinguine vorbeikamen. Und so ging es noch ein paar mal – sobald die Pinguine unseren Standort passiert hatten, rannten wir zum nächsten Punkt und überholten sie, um sie nochmal vorbeilaufen zu sehen. Am dichtesten Punkt waren sie nur 2 Meter von uns entfernt, und am Ende verschwanden sie irgendwo im Dünengras. Im Zeitraum von November bis April hat man auch die Möglichkeit den Nachwuchs der Tiere zu sehen. Allerdings kommt man dann nicht mehr in den Genuss einer so privaten Führung.

Ein bißchen Geschichte
Am nächsten Morgen regnete es in Strömen und unseren verbleibenden halben Tag in Dunedin verbrachten wir im „Early Settlers Museum“. Dort erfuhren wir noch einiges über die Geschichte Dunedins. Nicht nur die erste Uni gab es hier sondern auch die erste Tageszeitung Neuseelands. Und es war nicht nur die erste Stadt hier unten sondern auch lange Zeit die reichste. Unser Besuch in Dunedin war damit auch schon zu Ende. Ich fand die Stadt toll, wahrscheinlich weil sie so europäisch ist und weil wir so viele nette und gesprächsfreudige Leute getroffen haben. Und wegen der Pinguine :o)

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